Systemisches Coaching

Definitionen „Systemisches Coaching“

Systemisches Coaching ist ein Beratungsprozess, bei dem die berufliche Rolle und damit zusammenhängende aktuelle Anliegen des Klienten im Vordergrund stehen. Ziel ist es, die eigene Lösungsorientierung und Handlungskompetenz zu fördern. Der Coach begleitet den Kunden als Partner in einem Dialog unter Experten: Der Klient ist Experte für den Inhalt, während der Coach Experte für die Prozessgestaltung ist. Dabei findet Coaching auf der Basis einer durch gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen gekennzeichneten und freiwillig gewünschten Beratungsbeziehung statt. (nach Prof. E. König und Dr. G. Volmer)

Systemisches Coaching heißt, einen Denkrahmen zu gestalten, in dem Kunden möglich wird, neue Lösungen zu entwickeln. (nach Dr. Peter Szabó)

Systemische Grundhaltung

Grundlage systemischer Ansätze bildet ein Menschenbild, das durch Respekt vor der Autonomie des Individuums und Wertschätzung gegenüber einzelnen Personen und Systemen geprägt ist. Systemische Ansätze unterstützen Wachstum und Reifung auf persönlichen wie sozialen Ebenen. Dabei ist die Grundhaltung Systemischer Coaches gekennzeichnet durch Achtung, Respekt und Wertschätzung gegenüber einzelnen Personen und Systemen. Dies beinhaltet die Akzeptanz einzelner als Person und die Allparteilichkeit gegenüber den zum System gehörenden Personen, unabhängig von deren Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Kultur, Status, Weltanschauung und Religion.

Weiter fokussieren Systemische Coaches auf Ressourcen und Kompetenzen sowie auf Ziele und Lösungen und nicht auf Probleme sowie deren Entstehung. Damit agieren Systemische Coaches ziel- und lösungsorientiert und nicht vergangenheits- und ursachenorientiert.

Die Klienten werden als Experten für sich und ihre Lebensgestaltung gesehen. Sie werden zur Entdeckung und selbstbestimmten Nutzung eigener Ressourcen angeregt, dabei unterstützt und begleitet. Damit bleibt der Klient stets Experte für seine Inhalte, während der Systemische Coach für die Gestaltung des Prozesses verantwortlich ist.

Systemische Coaches orientieren sich in ihrem Handeln daran, die (Wahl-)Möglichkeiten der Klienten und Systeme zu erweitern und deren Selbstorganisation zu fördern. Dabei werden eigene Prämissen zurückgehalten und einer ständigen Reflexion unterzogen.

Systemische Coaches denken „zirkulär“. In dieser Sichtweise werden Ursache und Wirkung menschlichen Handelns als zirkulär verknüpft aufgefasst. Alles hat wechselseitig Einfluss aufeinander. Es gibt daher keine eindeutigen „Ursachen“ oder „Schuldigen“ gemäß dem einfachen linear-kausalen Ursache-Wirkungs-Modell, sondern nur Beteiligungen von unterschiedlicher Art und unterschiedlichen Ausmaßes.

Systemische Coaches sind sich bewusst, dass ihr Handeln und Verhalten von ihren eigenen Normen und Werten geprägt ist. Sie reflektieren diese, um die Gefahr zu verringern, diese dem Gegenüber in ihrer Arbeit aufzudrängen.

Im Interesse der Erhaltung und Weiterentwicklung einer entsprechenden fachlichen Kompetenz verpflichten sich Systemische Coaches zu kritischer Selbstreflexion, zu regelmäßiger Reflexion der eigenen Tätigkeit im Rahmen von Supervision sowie zu regelmäßiger Fortbildung.

Daraus ergibt sich folgender Verhaltenscodex für systemisch arbeitende Coaches:

Systemische Coaches ...

... vermitteln dem Klienten und dessen Situation gegenüber Respekt und Wertschätzung.

... hören sehr gut (aktiv) zu.

... halten eigene Meinungen und Hypothesen zurück und vermeiden Ratschläge.

... fokussieren stärker auf Ressourcen und Lösungen und weniger auf Defizite und Probleme.

... stellen kreative, perspektivwechselnde Fragen, die zum Nachdenken anregen und den Kunden idealerweise „lösungsreif(er)“ machen.